Mittwoch, Juli 1

Verlassen heute Mittag das schwäbische Familienidyll gen Tübingen. Danach Rudolstadt, Jena, Dresden, Danzig.

Freitag, Juni 26

Tag 0.

Donnerstag, Juni 25

Ich hab ein Abschiedstrauma. Morgen arbeite ich den letzten Tag, morgen muss ich mich von geschätzt 50 Kindern verabschieden, die mich vermissen werden. Und von ca. 10 Kolleginnen, von denen 3-4 sehr okay und 2-3 sehr nicht okay waren. Bis heute abend gezögert, was Abschiedsgeschenke betrifft. Meine in diesen Dingen sehr kompetente Schwester musste mir eigenhändig die Abschiedskarten für meine Hortkinder schreiben, weil ich dazu nicht in der Lage bin. Irgendwas in mir tickt diesbezüglich nicht richtig. Ich spinne wochenlang Dinge in meinem Kopf zusammen, die einem solchen Abschied würdig wären (Fotokalender als Erinnerung, Blumen, all das) und am Ende kommt der Tag des Schreckens und ich habe NICHTS. Etwas sehr Liebes ist mir allerdings eingefallen. Alle Kinder, die eine Urlaubskarte von meiner Reise möchten, durften sich mit Adresse und Name auf eine Liste schreiben. Sogar mit Wunsch, woher. Die türkischen Kinder wünschen sich Karten aus Istanbul, die Serbischen aus Belgrad.

Im Wartezimmer eine Stunde lang versucht, mit Köhlmeiers Abendland gegen die Angst vor den durch die Gänge dröhnenden Zahnarztgeräuschen anzulesen. Sinnloses Unterfangen, fürchte mich noch genauso wie als Zehnjährige, dagegen hilft kein Erwachsensein. Siedend heiß fiel dann auch noch ein, warum ich den Zahnarzttermin vergessen musste: Eine Füllung ist fällig! und zwar seit 23.7.2008 - mein Unterbewusstsein arbeitet grandios. Bin mittlerweile in der Lage, solcherlei Dinge erfolgreich zu verdrängen. Mit dem Zahnarzt ausverhandelt, dass ich mich vielleicht für eine sündteure Goldfüllung entschiede, warte er mit der Behandlung doch nur bis Oktober, was mir den Spielraum eines ausgedehnten Mich-drauf-Einstellens einbrächte. Ich mag ihn eh, den neuen Zahnarzt, er drückt einem nichts aufs Auge, er lässt den 'Kunden' wählen: "Ist ja nicht so, dass ein Zahnarzt in Osteuropa das zur Not nicht behandeln könnte."
Wäre aber auch kein Urlaub, wenn ich mich nicht permanent vor einem bevorstehenden Zahnarzttermin fürchtete. (Die Weißheitszähne müssen auch raus.)

In letzter Minute noch Zahnarzt, weil ich den regulären Termin am 8. Juni schlicht vergessen hatte. Danach vorletzter Arbeitstag, Kinder und Eltern verabschieden.
Und heute abend kommt extra noch der Papa, der Bulgarien für Wüste hält*, zum Essen.

*"Gibt es dort Flughäfen?"

Mittwoch, Juni 24

Eine Krankenversicherung ausgehandelt, zwei WG-Besprechungen, fünf Körbe Kleidung gewaschen, drei Kartons voll persönlicher Dinge in den Wandschrank verräumt, sechs (!) Kilo Kleingeld zum Wechseln in Jute gefüllt.

2 Tage noch.

Dienstag, Juni 23

Einem sammelwütigen Hellokittymädchen in strömendem Regen beim Übersiedeln von Umzugshutköfferchen und leeren Erdnussdosen (könnte man immer mal wieder brauchen!) geholfen = 17 Karmapluspunkte.