Sonntag, Februar 7

Ich weiß genau, wieso so viele Leute, die bereits fest ins Berufsleben eingebettet sind, erst gar nicht mehr darüber nachdenken wollen, etwas Neues dazu zu lernen oder wieder in die Schule zu gehen. Mir gehts da wirklich nicht anders. So ein Alltagsleben mit Arbeitszeiten. Es ist schön, es ist angenehm, und am Ende immer etwas Geld am Konto übrig, zum Ausgeben, Kino, Essen, Ausgehen, Kleider, Möbel. Und irgendwie wird das immer mehr, und dann ist man zu zweit und legt das schön zusammen für Kinder, Haus, Garten, Mercedes. Das ist alles toll, ich mag das, die Menschen machen das nicht umsonst allesamt ganz und gar einhellig seit Jahrhunderten, wenn es nicht erprobt und einfach super wäre. Ich verstehe das.
Und trotzdem sitze ich sonntags da (anstatt in Oberlaa seelig in der Therme herumzulungern) und versuche meinen total entspannten, auf Zwischenmenschliches und Babywindeln heruntergefahrenen Körper wieder auf ein gewisses geistige Level zu trimmen. Das Thema heute: Grammatik lehren und lernen. Personalpronomen, Präposition, Demonstrativpronomen, Modalverben, Subjunktive, Adjektivdeklinationen, Relativpronomen, Verben mit Vokalwechsel, halleluja.
Das alles momentan so wenig inspirativ, dass ich sogar heimlich in die Küche schleiche, um Liptauer zu machen. Aus richtigem Topfen und so.

Montag, Februar 1

Hinter Umzügen herputzen, bäh. Aber Dinge lustvoll von Wänden reißen und Zeugs beherzt wegschmeißen, yeah.

Wieder ein Familienwochenende, eine Ikeatasche voll ausrangiertes Zeug, das für uns sehr wertvoll ist, mitgegeben bekommen, viel Torte und Kuchen, eine Versicherungskauffrau beskeptelt, die große Villa mit ihren 4 Toiletten und 2 Whirlpools wieder erstaunlich gefunden, der Hund mit den Eisschneeklumpen an den Beinen, eine zufrieden dicke, goldglänzende Miezekatze, immer dieselben Diskussionen, die sich nur milimeterweit vorschieben, aber immerhin. Inzwischen Zuhause Ein-, Um- und Auszug und - wie immer in diesem Zusammenhang - Zank und Gekeif. Aber, halleluja, ich nicht mittendrin, völlig unbeteiligt und sogar beide Seiten verstehend, aber hohe Emotionswellen, hui. Und wie immer: der wunderschöne Anblick weißgestrichener Altbauwände. Ein Bild für Götter.

Sonntag, Jänner 24

Wie ich mich je wieder dran gewöhnen soll, dass ein gewöhnliches Wochenende bloß anderthalb oder zwei Tage dauert. Meines hat drei, die ersten beiden Tage ausschließlich Spaß; der letzte Tag, ein Montag, wo die Menschheit wieder brav an ihren Schreibtischen sitzt, lerne, putze und wasche ich. So ist zumindest der theoretische Plan, bisher funktioniert das wenig. Hach! (Seit vier Wochen beispielsweise kaufe ich montags einen Bilderrahmen, ordne den Kleiderkasten und mache mir einen Zahnarzttermin, oder so ähnlich).

Freitag, Jänner 22

Im Rotweindilemma.

Donnerstag, Jänner 21

Der Tag war gnädig und so waren heute nur 6 Krabbelkinder in meiner Gruppe. Und wir gleich Korkdruck und Plastillin, wir Wahnsinnigen.

Mittwoch, Jänner 20

Und heute dann ein Kind mit einem 5 cm langen Cut an der Stirn. Rettung, alles.
Am Abend statt Schwimmen dann Essen gegangen, Schockabbau.