Während unserer Reise wiederholt starke Sehnsucht nach Nikotin. In den meisten der von uns besuchten Länder wird noch an jeder Ecke ohne schlechtem Gewissen geraucht; (das war bei Weitem nicht das einzige, das sich dort anfühlt wie 50er-Jahre.)
Sonderbar, das. Nach fast zweieinhalb Jahren Abstinenz.
Freitag, Oktober 9
Dienstag, Oktober 6
Keinen einzigen Freund noch besucht. Stattdessen straffe Abarbeitungsphase. Bergeweise Briefe aufschlitzen, alle über den Sommer fällig gewordenen Rechnungen begleichen, Jahreskarten bestellen, Abonnements verlängern, allfällige WG-Besprechungen, wichtige Telefonate, Gehaltsverhandlung, erste Teambesprechung, Arbeitsamtformulare ausfüllen, sich in Mobilfunkbetreiberfilialsschlangen stellen, Steuererklärungen, Testergebnisse und Arbeitszeugnisse analysieren, Berge von Wäsche waschen, dazwischen kaum Zeit für einen Bissen Brot.
Mann und ich sind wenig begeistert vom Gedanken an einen weiteren nebligen Winter in Wien, inmitten diesen Alltagschaos'.
Mann und ich sind wenig begeistert vom Gedanken an einen weiteren nebligen Winter in Wien, inmitten diesen Alltagschaos'.
Freitag, Oktober 2
Schwaben reden so herzlich, man möchte sie permanent knutschen. Ihnen einen Abend lang beim Bierzelten zugesehen, wie sie auf den Bierbänken in Lederhosen (keiner wusste zu sagen, ob die Schwaben eigene Trachtkultur besäßen, oder ob es sich um "bayerischen Kulturimperialismus" handle) riesige Maßkrüge leerten und zu Bands namens Pommfritz oder Gsälzbär schunkelten. Da lernt man ganz schnell, woraus die urschwäbische Seele gestrickt ist, die den Mann geprägt hat.
Donnerstag, Oktober 1
Wir sind ja nun wieder zurück.
Es wird eine ganze Weile dauern, bis ich davon erzählen kann. Wie es war, drei Monate lang zu zweit in einem kleinen Opel Corsa, nur mit einem Europaatlas und einem kleinen grünen Zelt ausgerüstet, durch Ostdeutschland, Polen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Makedonien, Albanien, Montenegro und Kroatien zu tingeln. Wie es war, in einem großen Bogen Ost- und Südosteuropa, über kleine, löchrige Landstraßen holpernd, zu durchkreuzen. Wie es einem unweigerlich das Leben verändert und man bei der Rückkehr ins gediegene Wien dagegen ankämpft, über dem einbrechenden Alltag jene klaren, wichtigen Gedanken zu vergessen, die man während so einer Reise zu fassen in der Lage war. Wie jeder Satz, den man zu Hause erzählt, zu einer Anekdote verkommt und man bemerkt, dass man die Großartigkeit, die sich tatsächlich ereignet hat, nicht in der Lage ist, jemandem nahezubringen, der nicht dabeigewesen ist.
Der Mann und ich liegen demnach immer noch auf unserer Insel, allein.
Es wird eine ganze Weile dauern, bis ich davon erzählen kann. Wie es war, drei Monate lang zu zweit in einem kleinen Opel Corsa, nur mit einem Europaatlas und einem kleinen grünen Zelt ausgerüstet, durch Ostdeutschland, Polen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Makedonien, Albanien, Montenegro und Kroatien zu tingeln. Wie es war, in einem großen Bogen Ost- und Südosteuropa, über kleine, löchrige Landstraßen holpernd, zu durchkreuzen. Wie es einem unweigerlich das Leben verändert und man bei der Rückkehr ins gediegene Wien dagegen ankämpft, über dem einbrechenden Alltag jene klaren, wichtigen Gedanken zu vergessen, die man während so einer Reise zu fassen in der Lage war. Wie jeder Satz, den man zu Hause erzählt, zu einer Anekdote verkommt und man bemerkt, dass man die Großartigkeit, die sich tatsächlich ereignet hat, nicht in der Lage ist, jemandem nahezubringen, der nicht dabeigewesen ist.
Der Mann und ich liegen demnach immer noch auf unserer Insel, allein.
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