Mittwoch, Oktober 31

Die 13 Tugenden des Benjamin Franklin (1706 - 1790)

'Von früher Kindheit an eignete er sich einen immensen Wissensfundus durch intensive Lektüre geistlicher und allgemeinbildender Literatur autodidaktisch an. Franklin kultivierte seinen Charakter mit Hilfe einer Liste von 13 Tugenden, die er im Alter von 20 Jahren entwickelte und Zeit seines Lebens anwandte. In seiner Autobiografie fasst er die 13 Tugenden wie folgt zusammen:

  1. Enthaltsamkeit - Iss nicht bis zum Stumpfsinn, trink nicht bis zur Berauschung.
  2. Schweigen - Sprich nur, was anderen oder dir selbst nützen kann; vermeide unbedeutende Unterhaltung.
  3. Ordnung - Lass jedes Ding seine Stelle und jeden Teil deines Geschäfts seine Zeit haben.
  4. Entschlossenheit - Nimm dir vor, durchzuführen, was du musst; vollführe unfehlbar, was du dir vornimmst.
  5. Sparsamkeit - Mache keine Ausgabe, als um anderen oder dir selbst Gutes zu tun; das heißt: vergeude nichts.
  6. Fleiß - Verliere keine Zeit; sei immer mit etwas Nützlichem beschäftigt; entsage aller unnützen Tätigkeit.
  7. Aufrichtigkeit - Bediene dich keiner schädlichen Täuschung; denke unschuldig und gerecht, und wenn du sprichst, so sprich danach.
  8. Gerechtigkeit - Schade niemandem, indem du ihm unrecht tust oder die Wohltaten unterlässt, die deine Pflichten sind.
  9. Mäßigung - Vermeide Extreme; hüte dich, Beleidigungen so übel aufzunehmen, wie sie es nach deinem Dafürhalten verdienen.
  10. Reinlichkeit - Dulde keine Unsauberkeit am Körper, an Kleidern oder in der Wohnung.
  11. Gemütsruhe - Beunruhige dich nicht über Kleinigkeiten oder über gewöhnliche oder unvermeidliche Unglücksfälle.
  12. Keuschheit - Übe geschlechtlichen Umgang selten, nur um der Gesundheit oder der Nachkommenschaft willen, niemals bis zur Stumpfheit, Schwäche oder zur Schädigung deines eigenen oder fremden Seelenfriedens oder guten Rufes.
  13. Demut - Ahme Jesus und Sokrates nach.'

Welche der 13 sind heute noch in Anwendung?

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zitiert nach wikipiki.

Dienstag, Oktober 30

27 Tage noch

Wenn alles gut geht und mein zweiter Professor sich nicht querlegt, findet meine alles entscheidende, abschließende, wundervoll befreiende Prüfung am letzten Montag im November statt.
Inzwischen ist das zeitweise Herzklopfen in ein ständiges Dauergefühl der Hysterie übergegangen, das sich nur bekämpfen lässt, indem ich acht Stunden täglich versuche, mir den Lernstoff in die Hirnrinden zu brennen (gestern eine zu hohe Dosis Grey’s Anatomy).
Das habe ich jetzt 8 Tage in Folge, ohne Pause, gemacht. In diese acht Tage habe ich die komplette Literaturgeschichte des Hochmittelalters plus Analysetexte zum Parzival, inklusive Zusammenfassungen, Übersichtsblätter und Wiederholung der Grammatik gequetscht. Jetzt kann ich nicht mehr.
Gestern Abend im Bus wie eine Miezekatze aus dem Fenster gestarrt, ohne zu registrieren, dass die Frau neben mir am Telefon erzählte, dass sie ihre Schwiegermutter mit zu sich nach Hause nehmen müsse, weil diese sonst heute nacht stürbe, aus Einsamkeit. Die habe nämlich mit ihrem Leben abgeschlossen. Solchen Geschichten lausche ich normalerweise mit einer gewissen Anteilnahme.
Meine Gedanken aber kreisen nur noch um Parzival und seine Heldentaten, während es mir egal geworden ist, wie unsere Wohnung aussieht, wer abwäscht, wer kocht, wie meine Haare aussehen.
Da ich nun aufgehört habe, zu delegieren, haben meine Mitbewohner endlich die Chance zu WG-organisatorischen Höchstformen aufzulaufen. k beginnt tatsächlich, das zu tun, was man in etwa Kochen nennen darf. Gestern gab es Omelette! Heute Abend will sie uns mit ihrem neuen Freund (!) etwas servieren, indem sich allen Ernstes Kichererbsen und Süßkartoffeln befinden. (Ist es nicht unglaublich?) Ich bin sehr stolz auf sie, auch darauf.
Jedenfalls hab ich heute frei. Muss sein. Mitten unter der Woche. Man weiß ja gar nicht, was man mit dem ganzen Tag anfangen soll! Putzen? Der Kerl ist solang zur Uni gegangen und schreibt eine Prüfung darüber, wie man Wasser misst. Es gibt viele Wege, Wasser zu messen, glaubt mir, ich hab sein Skriptum gesehen. Danach läuft er in die Videothek (die langsam keine Filme mehr hat, die wir nicht gesehen hätten und ihre Weihnachtsfeier, selbst wenn sie ins Puff nebendran ginge, allein von unseren Ausleihgebühren bezahlen könnte) und holt King Arthur. Kerl will die Schlachten sehen, um sich nach der Prüfung zu entspannen (!), während ich eher an der Sage im Urzustand interessiert bin. Leider ist dieser Film offenbar total daneben gegangen, wenn man den Kritiken Glauben schenken will; ich muss versuchen, ihm einen anderen Film einzureden (Robin Hood?).

Offenbar ist es wahr: Wir lernen oder wir schauen Filme. Das ist es, woraus unser Leben derzeit besteht. Darf man tagsüber Rotwein trinken?


Sonntag, Oktober 28

Ein Stück Berliner Alltag

Gestern Abend. Ein Samstag sieht ja derzeit so aus, dass ich meine acht Stunden mittelalterliche Literaturgeschichte voll kriege, maßlos beeindruckt vom Einfluss der Schwaben damals zurück bleibe, kurz Luft schnappe, das Riesenchaos in der Küche beseitige, nachdem der Kerl ein phänomenales Abendessen (selbstgemachtes ecuadorianisches Salsa, Himmel & Erde, echte Bratwürste vom Naschmarktstand, allerletzte Reihe, hinten) kunstvoll gefertigt hatte, nachdem ich alles fertig abgewaschen und die Küche gestriegelt habe, bemerke, dass mir das kleine Mädchen doch nicht alle Teller und Pfannen aus dem Wohnzimmer rüber getragen hat (noch verwunderter bin ich über die Menge der Töpfe und Pfannen, die der Kerl so benötigt), weiterspüle, Kerl läuft so lang in die Videothek, ich dusche. Nachdem dann endlich alles gerichtet ist, Fernseher in unser Zimmer geschoben, Tee gekocht, Haare gewaschen und mit Lockenspray eingesprüht: Sommer vorm Balkon. Genau das Richtige, am Tag der Zeitumstellung gen Winter. Denken wir noch.

Dann aber: Kerl und ich sitzen ob der Geschichte ungläubig, aufrecht im Bett (ich vor allem deshalb, weil ich mich mit nassen Haaren nicht hinlegen darf, das würde ich anderntags bereuen, mit Locken ist nicht zu spaßen!) und können kaum fassen, wie wahr/echt/=unsagbar traurig dieser Film daherkommt. All das in Berlin, funktioniert aber genausogut in Wien, bestimmt.

Als es vorbei ist, liegen wir eine Weile da (Haare sind trocken und supergekringelt, die Mühe hat sich gelohnt) und ich weine eine halbe Stunde lang, wegen dem Film und den Menschen darin und den Menschen, die den Menschen in diesem Film ähneln und umgekehrt. Über mich selbst weine ich erst ganz zum Schluss, als schon 14 vollgerotzte Taschentücher am Parkettboden verstreut liegen. Der Kerl wird nicht müde, mich zu trösten, indem sich den Kummer der kompletten Erde aus meiner nichtendenwollenden Klagerede ohne zu Murren anhört (inklusive Klimaschutz, aber da bin ich vom Thema bereits etwas abgekommen). Als ich wieder etwas lachen kann, weil der Kerl seine Tröstaufgabe wie immer mit Hingabe erledigt, habe ich den Parkettboden mit den 14 Taschentüchern fotografiert. Das Foto brauche ich euch gar nicht erst zu zeigen, ihr wisst, wie das aussieht. Weiße, weiche Papierknülle auf mitteldunklem Fischgrätparkettboden, wunderschön.


Samstag, Oktober 27

Made my day

"Einen Monat lang vom Gehalt eines seiner Arbeiter zu leben, das hatte der Nudelfabrikant Rossi in Mittelitalien sich vorgenommen. Schon am 20. des Monats war die Familie blank. Die Konsequenz des gescheiterten Experiments:
...weiterlesen.

Freitag, Oktober 26

Was ist Liebe?



Du stehst auf, und jemand hat dir bereits dieses Frühstück gemacht.

Donnerstag, Oktober 25

Am Rathaus hängt jetzt schon das 24er-Adventkalenderfenster.
Und in drei Wochen startet der Christkindlmarkt.

[Das ist genauso doof, wie Dr. House. Musst ich jetzt mal sagen,
weil ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum alle ihn lieben.
Der Typ ist so nervig.]

Mittwoch, Oktober 24

fall zwei dreimal vom rad

bis du weißt dass man

auf rollsplitt nicht ruckartig bremsen darf

und zieh dir die decke bis über die ohren

wenn im wohnzimmer der fernseher zu laut dröhnt

wärst du aufgestanden

und hättest gebeten,

den ton leiser zu drehen? – niemals.

dass du die decke bis heute nicht

von den ohren wegkriegst, macht ja nichts.